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Unterwegs auf dem Europawanderweg E8 - Mühlviertel II - Südl. Bayerischer Wald

Wieder einmal waren drei Mitglieder unseres Wandervereins unterwegs auf dem Europawanderweg E8. Vom 24. Juli bis 1. August wanderten wir auf der letzten Etappe in Österreich. Weil man aber von den kleinen Grenzorten so schlecht nach Hause kommt, machten wir aus der Not eine Tugend und wanderten noch zwei Tagesetappen weiter bis nach Passau. Als ich noch am Vorabend der Wanderung auf den Wetterbericht blicke, wurde mir schlecht und ich hätte die Tour abgesagt, wüsste ich nicht, wie falsch solche Berichte sein können. Doch nun der Reihe Nach.

Am 24. Juli 2010 flogen wir - wie gewohnt - nach Wien. Ausgerechnet, wenn man es eilig hatte (wir mussten ja noch bis hinter Linz) landete das Flugzeug erst um 9:50 Uhr (planmäßig!). Da bedeutete für uns, über alle Wiener Bahnhofsbaustellen zu hetzen, um nach zweimaligem Umsteigen den Schnellzug nach Linz noch zu erreichen. Puh!, das war erst einmal geschafft und nun hatten wir Zeit. Kurz vor 14:00 Uhr erreichen wir Kefermarkt und konnten unach dem Zimmerbezug unsere erste Etappe noch durchführen. Sie war ja nur 8 km lang, dafür sollte der angekündigte Wetterbericht auch zutreffen. Aber es gibt ja für uns Wanderer kein schlechtes Wetter.

GusentalDer nächste Tag überraschte uns mit Sonnenschein. Auf dem Programm standen 25 km von Selker nach Reichenau. Die Strecke hatte ihren Reiz, da sie teilweise auf der ältesten Pferdebahntrasse Europas verlief. Da es dort aber weder Pferde noch Bahn gab, mussten wir unser Gepäck selber tragen. In trosselsdorf legten wir einen Zwischenstopp ein. Mostmuseum TrosselsdorfIm dortigen Mostmuseum war zu sehen, wie man dieses edle Getränk herstellt, und der Besitzer war gan stolz darau, uns einen alten Film zu zeigen, in dem seine Eltern in der Mosterei arbeiteten. Natürlich kosteten wir auch von dem guten Tropfen. Dann ging es weiter in Richtung Tagesziel. Es begegneten uns wenig Leute, aber alle sagten uns, dass wir in dieser Richtung immer bergauf laufen müssen - sehr deprimierend. Und weil das Bergauflaufen so schön ist stiegen wir dann auch gleich auf den falschen Berg - noch deprimierender! Doch fanden wir unseren spärlich markierten E8 noch rechtzeitig wieder und erreichten Reichenau. Natürlich wurde die Strecke dadurch geringfügig länger - Ein schönes Training für den kommenden Tag.

Kirche Zwettl a.d. RodlAm folgenden Tag sollte die Strecke 31 km lang sein. Das glaubte ja nun keiner mehr. Die erste Station war die Burgruine oberhalb von Reichenau. Die war allerdings nicht zu besichtigen. Also wanderten wir weiter bis Zwettl an der Rodl, wo wir uns erst einmal eine Stärkung holten. Im Ort haben wir dann noch die Kirche gesehen und dort auch die Orgel gehört. Der Weg führte uns dann weiter nach Oberneukirchen, wo wir ebenfalls eine offene Kirche fanden. Als wir den Ort verließen, sah der Himmel nicht sehr freundlich aus. Wir kamen aber noch bis nach Waxenberg. Die dortige Burg, hatte auch schon bessere Zeiten erlebt und wir hatten ja noch ein ganzes Stück Weg vor uns, um nicht zu sagen: den schwersten Teil. Ab jetzt hatten die Wegegewaltigen den Weg auch noch in eine schönere Gegend verlegt, was sich auch nicht gerde verkürzend auswirkte. Burgruine WaxenbergDazu kam dann noch verhältnismäßig startker Regen und so freuten wir uns alle auf die Jausenstation auf dem Hansberg. Leider freuten wir uns da etwas zu früh. Die Station war zu, und nur ein Wasserhahn ließ uns unsere Trinkflaschen wieder auffüllen. Zum Glück hörte es bald zu regnen auf und wir wanderten auf dem vorgeschriebenen Weg weiter. Kurz vor dem Ziel war dann noch eine Brücke weg. Also mussten wir an einer geeigneten Stelle den Bach überqueren, was nach dem regen nicht leicht war. Ein letzter Anstieg noch und wir kamen in Pehersdorf an eine Baustelle, welche der Gasthof sein sollte, in dem wir übernachten wollten. Es zeigt esich aber, dass die Zimmer schon fertig waren und unserer müden Knochen harrten.

NeufeldenNach zwei solcher Gewalttouren stand uns nun eine Erholungswanderung bevor: 12 km nach Altenfelden. Der Gasthof hatte Ruhetag, aber die Zimmerschlüssel sollten in einem "Traffik" liegen, den man allerdings bis 16:00 Uhr erreichen musste. Es war natürlich klar, dass das zu schaffen war, auch wenn unterwegs so interessante Orte, wie die Burg Pürnstein (leider geschlossen) und die Stadt Neufelden lagen. Ja, wir haben es geschafft, Wallfahrtskirche Maria Bründlund erreichten das Wirtshaus auch so zeitig, dass der Koch noch verständigt werden konnte, uns am Abend etwas zuzubereiten.

Dann war der Letzte Österreich-Tag, wo wir auf den Hund kommen sollten. Nicht dass es uns so schlecht ging, nein: es gesellte sich ein kleiner Hund zu uns und begleitete uns etwa 4,5 km über mehrere Berge und durch ein paar Dörfer. Alle Bemühungen ihn abzuschütteln blieben erfolglos, doch auf den Waldweg zur Wallfahrtskapelle Maria Bründl traute er sich nicht (hatte er ein schlechtes Gewissen?). An dieser Kapelle mit heiligem Wasser versorgt, ging es weiter auf den Ameisberg. Mit 941 m war er der "Höhepunkt" der ganzen Tour. Selbstverständlich war auch dieser Berggasthof geschlossen. Am AmeisbergSo konnten wir uns auf das Hotel in Oberkappel freuen. Unsere Erwartungen wurden noch ein wenig übertroffen, wenn auch Klaus Probleme mit dem Wasserhahn hatte.

Am nächten Tag ging es nach Deutschland. Die Strecke war zwar nur 13 km lang, aber wir wollten ja auch noch in das Graphitbegwerk einfahren und rechtzeitig in Passau eintreffen. Auf heimatlichem Boden mussten Orgel im Dom zu Passauwir uns erst einmal an die Wegemarkierung gewöhnen. Ab und zu trafen wir auch auf entsprechende Schilder mit der Bezeichnung "E8", aber meistens sahen wir nur örtliche Markierungen. Kurz vor Kropfmühl fing es dann ach noch an zu regnen, so dass ich im Empfangsgebäude des Bergwergs erst einmal meine Sachen trocknen mussten (Ich hätte mir ja auch bei den ersten Tropfen schon ein Regencape anziehen können). Bergwerk KropfmühlBei der Besichtigung erfuhren wir, dass in diesem Bergwerk nur noch eine Handvoll Kumpel arbeiten, um selbiges vor dem Verfall zu schützen. Abgebaut wird außerhalb Deutschlands, z.B. in Zimbabwe. Planmäßig fuhren wir dan mit dem Linienbus nach Passau und kammen dort bei schönem Wetter an. Auf dem Plan stan heute Abend noch ein Orgelkonzert auf der größten kirchenorgel der Welt. Ein gelungener Kontrast zum Bisherigen.

Passau ist eine schöne Stadt, wenn man aber auf dem E 8 wandert, so geziehmt es sich nicht, das letzte Stück nicht zu Fuß zu gehen. Loretokapelle ThyrnauAlso setzten wir uns am nächsten Tag wieder in einen Bus und fuhren nach Kropfmühl zurück. Auf der Trasse der ehmaligen Industriebahn wanderten wir durch ein schönes Tal. In Kapfham holte uns zwar der Regen ein, aber er dauerte nicht lange, und außerdem fanden wir eine Wirtschaft. Über Kellberg und Thyrnau wanderten wir weiter dem Ziel entgegen. Der letztgenannte Ort besitzt ein Kloster und eine interessante Loretokapelle. Es zeigte sich aber, dass der Originalwanderweg all diese Sehenswürdigkeiten umging. So mussten wir eben wieder ein Stück zurückgehen. Der weitere Weg verlief dann fast auschließlich im Wald und, oh Wunder, fast straßenfrei. Schließlich kamen wir nach 24 km wieder in Passau an.

Nun kann ja eine Gruppe nicht klein genug sein, um sie aufteilen zu können. So auch hier. Während ich eine Stadtbesichtigung bevorzugte, wollte unser Klaus noch ein Stück wandern. Na ja. Ích kann natürlich nur für meinen Teil eine Aussage treffen, aber wie ich schon erwähnte, Passau ist eine schöne Stadt.

Passau

Fischtreppe an der IlzAm letzten Tag unseres Aufenthalts in Passau gelang es dann doch noch, die Gruppe zu einen. Von unserem Wirt hatten wir gehört, dass es sehr schön sein soll, eine Wanderung an der Ilz entlang zu machen. Der interessanteste Teil fing allerdings erst im Ortsteil Hals an. Dort beschreibt der Fluss quasi eine S-Kurve, allerdings so, dass man an zwei Stellen die andere Schleife fast sehen könnte. Wir wanderten entlang des Flusses bis zu einem Stausee und sahen dort eine neu errichtete Fischtreppe. Auf der anderen Ilzseite ging es zurück, wir hatten noch zeit zur Einkehr in Hals und erreichten auch problemlos unseren Zug nach München. Auf dem Bahnhof sprach uns ein junger Mann an, ob er mit unserem Bayern-Ticket mitfahren könne. Er brachte uns dann noch bis zum Flughafen. Es gibt doch noch nette Leute! Da auch der Rückflug klappte, waren wir kurz vor 22:00 Uhr wieder in Berlin.

 

Unsere letzte Wanderfahrt auf dem Südast des Europawanderwegs E 8 war ein voller Erfolg. Wir sind durch schöne Landschaften gelaufen und haben - besonders in den Gasthöfen - nette Leute kennen gelernt. Insgesamt haben wir in den 9 Tagen eine Strecke von fast 160 km zurückgelegt.

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