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Tour Brandenburg


Beeskow – Peitz – Spremberg

Endlich im SchlaubetalDer erste Fehler steckt schon in der Überschrift – aber dafür konnte ich ja wirklich nichts: Am Tag vor unserer Abfahrt fällt der GDL (das ist die Gewerkschaft der Lokführer) ein, die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft zu bestreiken – unangekündigt und unbegrenzt! Auf die Frage, welche Chancen wir haben, am Samstag mit dem Fahrrad nach Beeskow zu kommen, antwortete die ODEG-Mitarbeiterin: keine! Aber wie wir ja alle wissen, Egon hat einen Plan. Und der hieß in diesem Falle Planänderung. Wenn man uns schon nicht nach Beeskow transportiert, so doch nach Ziltendorf. Und von dort kann man ja ohne die Strecke wesentlich zu verlängern ebenfalls auf die Strecke der „Tour Brandenburg“ stoßen.

Der zweite Fehler war, dass wir schon um 7:29 Uhr am Berliner Ostbahnhof losfahren wollten. Andernfalls hätte sich der Betrunkene, der sich vor Klaus' S-Bahn legte, seinen Rausch ausschlafen können. So aber gab mir die telefonische Mitteilung von Klaus einen gehörigen Adrenalinstoß. Aber auch dieses Problem wurde beseitigt, und schließlich waren wir alle im Zug nach Frankfurt/Oder und konnten von dort problemlos nach Ziltendorf weiter fahren.

ChossewitzDann begann auch schon unsere erzwungene Zusatzstrecke über Siehdichum ins Schlaubetal. Das war zwar nicht immer ein radfahrfreundlicher Weg, jedoch hielt sich die Kopfsteinpflasterstraße in Grenzen und es fuhr auch kein Auto darauf. Es bedarf auch keiner Erwähnung, dass wir hier die einzigen Radler im Wald waren. Dann ging es – nun schon auf einem gut ausgebauten Radweg – noch ein Stück durchs Schlaubetal und schließlich nach Dammendorf. Ein schöner Ort, und obwohl wir immer noch nicht auf dem „richtigen“ Weg waren, gönnten wir uns eine Pause. erneuerbare Energiequellen in SichtDanach fuhren wir weiter ins Oelsetal. Kurz vor Chossewitz erreichten wir endlich unseren Radweg „Tour Brandenburg“, und mit einem Stoßseufzer auf die ODEG fuhren wir in den Ort. Weiter ging es durch die Reicherskreuzer Heide. Das ist ein ehemaliges Sperrgebiet in dem sich die Natur frei entwickeln konnte. Leider war der Aussichtsturm nicht höher, als die umstehenden Bäume, so das wir ihn erst gar nicht bemerkten und dann auch nicht so die richtige Aussicht genie­ßen konnten. Dafür hatten wir Zeit für eine Mittagspause am Pinnower See. Die letzten 17 km fuhren sich einfach durch eine sehr abwechslungsreiche Landschaft. Von Weitem grüßte uns schon das Kraftwerk Jänschwalde, und beim genauen Hinsehen konnten man auch schon den Übergang zu den erneuerbaren Energiequellen sehen.

 

Peitz, KirchePeitz, FestungsturmNach 66,4 km in Peitz angekommen suchten wir erst unser Quartier, machten uns frisch und belasteten danach andere Muskeln in dem wir einen kleinen Stadtrundgang machten. Im restaurierten Festungsturm konnten wir nicht nur Interessantes zur Geschichte der Festungsstadt Peitz erfahren, sondern hatten auch noch einen schönen Rund­blick auf Stadt und Um­gebung. Zum Glück war das Fenster ge­schlossen, sonst hätte Klaus wo­möglich noch die Kanone be­dient, und wir wären wegen Landfriedensbruch aus der Stadt gewiesen worden. So aber konnten wir uns endlich dem angenehmen Teil des Abends widmen und zum Abendessen einkehren. Da es im Restaurant möglich war, im Internet die neueste Situation hinsichtlich des ODEG-Streiks abzurufen – auch am Sonntag brauchten wir sie wieder – konnten wir uns freuen, dass der Streik beendet war. Das war noch ein Bier wert!

 

Peitz, MarktPeitzer TeicheDer Sonntag begann, wie der Samstag endete – in einer Gaststätte. Weil es in unserem Quartier kein Frühstück gab, mussten wir mit dem Café vorlieb nehmen. Wir fanden das gar nicht einmal schlecht! Nach dem Frühstück standen uns 45,5 km (lt. Radwanderbuch!) bevor. Ein schöner Weg durch Peitz und entlang der Peitzer Teiche war erst der Anfang. Dann standen wir vor einem Eisenbahnübergang und sahen, dass der Wegweiser in die falsche Richtung zeigte. Da war nun guter Rat teuer, und die Leute, die vorüber kamen, hatten auch nicht immer die besten Ideen, wie wir nach Cottbus kommen könnten. Doch es gelang uns – wenngleich auch mit einem kleinen Umweg. Wir brauchten uns hier nicht durch die Stadt zu quälen, denn der Weg führte direkt an der Spree entlang, dann durch den Madlower Volkspark mit seinem alten Baumbestand, an der St. Martinskirche vorbei und schließlich durch viel Siedlungsgebiet in Richtung Spremberg. In den Gärten konnten wir Rho­dodendronbüsche in allen Farben bewun­dern. Talsperre SprembergDie Spremberger Talsperre lud eher zum „Wattwandern“ als zum Baden ein und sah heute ganz anders aus, als in den Fernsehberichten am Jahresanfang. Die Beschilderung wurde nun auch immer seltsamer, denn „Spremberg“ wurde gar nicht mehr vermerkt. Trotzdem erreichten wir den Ort. Und nach einem steilen Aufstieg auf den „Bahnhofsberg“ auch unseren Zug. 52,1 km zeigte dort unser Kilometerzähler.

Es war eine Tour, die trotz der Anfangshindernisse doch einen schönen Verlauf hatte.

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