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Tour Brandenburg


Spremberg - Lauchhammer - Herzberg

Bis zum Freitagabend war das schönste Wetter – vielleicht ein wenig zu heiß zum Radfahren, dafür aber trocken. Der Wetterbericht für Samstag ließ nichts Gutes ahnen. Und ausgerechnet diesmal stimmte er! Richtigen Radwanderern macht das aber nichts aus, und so trafen wir uns um 7:00 Uhr am Zug nach Cottbus. Auch die anschließende Weiterfahrt nach Spremberg war kein Problem; die ODEG streikte nicht und die Fahrgastbetreuerin ordnete die Mengen an Fahrrädern richtig ein, so dass unsere vorn standen.

Schlosshof SprembergSpremberg, BullwinkelIn Spremberg regnete es noch nicht, und so besichtigten wir erst einmal den Schlosshof. Auch die Kreuzkirche konnten wir leider nur von außen sehen. Gern hätten wir dort noch ein Stoßgebet verrichtet, so aber mussten wir mit dem vorlieb nehmen, was dann kam.

Unser Weg führten nun an die Spree und weiter bergauf in Richtung Hochkippe Pulsberg. Viel zu spät bemerkten wir, dass gar kein Radweg-Zeichen mehr da war – also wieder zurück und besser aufgepasst! An einer anderen Spreebrücke nahmen wir den Radweg dann endlich auf. Da hatte der Tacho schon 5 km drauf.

Wir fuhren auf einem schönen Weg über die Hochkippe, gesäumt von Sanddornbüschen und vorbei an Denksteinen, die an ehemalige Dörfer erinnern, die hier in den Jahren 1968 bis 72 weggebaggert wurden. Jetzt wieder bergab und an einer Abzweigung jäh angehalten – nicht schon wieder ein Umweg, zumal es gerade zu regnen anfing. Ich bin dann mal ein Stück vorgefahren. Kurz vor dem Ort Haidemühl, der ebenso „leergezogen“ aber immerhin noch zu sehen ist, rief ich die anderen beiden – mit dem Handy; zum Glück hat beim Wandern auch die moderne Technik Einzug gehalten. Ich stand derweilen wie ein begossener Pudel an der Kreuzung.

Lausitzer SeenlandRadweg im Lausitzer SeenlandDoch ab hier fuhren wir wieder gemeinsam dem Lausitzer Seenland entgegen. Völlig neu angelegte und gut befahrbare Radwege ließen den Regen und den Wind – der natürlich immer von vorn kam (ganz gleich in welche Himmelsrichtung man fuhr) – fast vergessen. Am Ortseingangsschild von Geierswalde (Kreis Bautzen) traute ich meinen Augen nicht. Wo waren wir eigentlich? Geht den die Tour Brandenburg durch Sachsen? Schon lange kein Radwanderzeichen mehr gesehen! Aber die Karte sagte Geierswalde ist richtig!!! Also auf den Schreck erst einmal Mittagspause. In der Hoffnung auf einen schönen Nachmittag tafelten wir dann im örtlichen Nudelhaus interessante Nudelgerichte. Um es vorweg zu nehmen: es hörte nicht mehr auf zu regnen – was nicht nur den Fotografen „begeisterte“.

Nach der Mittagspause fuhren wir am Geierswalder See entlang und erreichten nach Kleinkoschen den Senftenberger See. Wie gern wären wir hier erst einmal baden gegangen. GeierswaldeSo schauten wir im vorüberfahren nur den Windsurfern zu, die wenigstens die Windenergie nutzen konnten. Im Senftenberger Vorort Buchwalde war ein Umleitungsschild zu beachten, welches uns dann wieder etwas mehr Kilometer einbrachte, denn das Rückführungszeichen haben wir entweder übersehen – oder es war gar nicht da. Aber an der Schwarzen Elster müssen wir ja den Weg wiederfinden, und wir fanden ihn auch. Auch Schwarzheide passierten wir ohne Aufenthalt und näherten uns Lauchhammer. Allerdings war Lauchhammer Süd nicht das Etappenziel, und so mussten wir noch 4&xnbsp;km weiter fahren, um zu unserem Quartier in Lauchhammer West zu gelangen. Dem Regen und den diversen Streckenverlängerungen fielen dann leider nicht nur der Besuch der Biotürme sondern auch das gemeinsame Abendessen zum Opfer – die Sachen waren zu nass!.

Elstermühle bei Plessa 

 

Elsterschloss in ElsterwerdaAm Sonntag zum Frühstück scheint die Sonne! Also schnell auf die Radeln gehupft und losgefahren. Immer an der Schwarzen Elster entlang führte der Weg vorbei an der Elstermühle bei Plessa bis zum Elsterschloss in Elsterwerda. Dann mussten wir am Bahnhof vorbei. Aber nicht dass irgendeiner daran dachte, von hier nach Berlin zu fahren, wir kauften nur die Fahrkarten für die Rückfahrt, denn man weiß ja nie, ob es am Ziel einen Automaten gibt! Nun fuhren wir weiter nach Saathain. Ein schöner Gutspark lud uns ein zu einem Rundgang, die Räder wurden geschoben. Zuvor hatten wir mit Argwohn an der Brücke ein Umleitungsschild entdeckt. Zusätzlich stand auch noch ein Schild „Befahren verboten“ auf dem Elsterdeich. Rosarium SaathainEine Befragung eines Einheimischen, der sich als Straßen­bauarbeiter ausgab, führte dann zu noch größerer Verwirrung, wollten wir doch nicht auf der Landstraße nach Bad Liebenwerda fahren. Also folgten wir den Umleitungsschildern und erreichten irgendwann wieder die Schwarze Elster: Länge der Sperrstrecke: 1,3 km, Länge der Umleitungs­strecke: 5,4 km. Das war aber nicht die einzige Umleitung bis in den Kurort. Alle waren aber diesmal sehr gut ausgeschildert.

Trotz des Zeitverlustes leisteten wir aber eine Einkehr am Marktplatz. Nach fast 2 Stunden war die Mittagspause beendet – und schon sahen wir wieder Probleme mit dem Erreichen unseres geplanten Zuges. Doch an der Schwarzen Elster entlang fuhr es sich außerordentlich gut. Den Hochpolgenerator in Neumühl nahmen wir nur en passant zur Kenntnis und auch am beigeordneten Café fuhren wir vorbei.

KleinrössenInteressanter war da schon die historische Elsterbrücke. Sie bleibt hoffentlich erhalten und konkurriert mit der derzeit benutzbaren, über die man auch nur in Schrittgeschwindigkeit fahren darf. Wir blieben aber auf der gleichen Elsterseite und fuhren in den schönen Ort Kleinrössen. Neben der Kirche mit ihrem gänzlich verbrettertem Turm fiel uns eine ungeheure Men­schen­menge auf. Sie strömten in die Naturschutzstation. Grund genug anzuhalten und sich anzuschließen. Es war gerade der vierte Sonntag und damit „Familientag“ angesagt. Historische ElsterbrückeDa bekamen wir endlich einen Kaffee. Für uns waren es ja auch nur noch 6,5 km bis nach Herzberg, und so konnten wir uns auch noch den schönen Garten der Station ansehen. Dann aber hieß es aufbrechen und den letzten Rest des Weges zu bewältigen. In Herzberg angekommen hatten wir noch über eine Stunde bis zur Abfahrt des Zuges. Zeit genug, um den historischen Stadtkern und die St. Marienkirche zu besichtigen. Danach war immer noch genügend Zeit, und wie wir so beratschlagen, was wir noch anstellen können, und wie man am schnellsten zum Bahnhof kommt, sahen wir auf dem aufgestellten Stadtplan zwei Bahnhöfe, und beide hießen nicht so, wie auf meinem Fahrplan angegeben. Einziger Hinweis auf der Karte: am Bahnhof Herzberg West war ein DB-Zeichen zu sehen. Der Bahnhof war aber noch 2,6 km vom Stadtzentrum entfernt. Also hieß es wieder „flinke Räder“. Schließlich waren wir noch pünktlich genug am Bahnhof und konnten in dem an jeder Station voller werdenden Zug bequem nach Hause fahren – Wir hatten ja einen Sitz- und unsere Räder einen Stehplatz.

Mit insgesamt 132,6 km war die Fahrt ja ein ganz schöner Hammer. Der Regen am ersten Tag war völlig überflüssig. Aber alles in allem war es eine schöne Tour, zumal sie nunmehr dem Sicherheitsbedürfnis genüge tat: wir fuhren mit Helm.

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